Tulpen setzen im März

Schon gewusst?

Im 17. Jahrhundert erlebten die Niederlande die verrückteste Spekulation der Weltgeschichte:

Für ungefähr dreieinhalb Jahre, zwischen Sommer 1633 und Anfang 1637, waren die Bürger der Niederlande völlig verrückt nach Tulpenzwiebeln. Viele Sorten der kleinen, eigentlich nicht viel hermachenden Blumenzwiebel, die doch die schönsten Blüten hervorbringt, wurden für die zehn- bis hundertfache Menge an Gold gehandelt. Manche waren sogar so teuer, wie Häuser in bester Innenstadtlage Amsterdams. Die Preise stiegen bis zum 5. Februar 1637 ständig. Doch dann, von einem Tag auf den anderen, brach der Markt zusammen. Zurück blieben zerstörte Existenzen und die Leute plagten sich mit riesigen Schuldenbergen, die sie nie zuvor gekannt hatten.

Begonnen hatte der „Tulpenrausch“ Anfang des 17. Jahrhunderts ganz unschuldig, mit der Sammelleidenschaft einiger wohlhabender Kaufleute. Sie besaßen schon alles, was man mit Geld bezahlen konnte und wie so oft auch heute noch, suchten sie nach etwas Einzigartigem. Also interessierten sie sich für ein an sich zwar ziemlich wertloses, aber seltenes Stück. Besonders schöne Tulpen, mit langen schlanken Stängeln und unregelmäßig gestreiften, so genannten geflammten Kelchen. Damals wusste niemand, dass diese Blumen eigentlich krank waren. Es war der Mosaikvirus, der ihre Blüten so wunderschön marmorierte, sie aber zugleich anfällig machte. Das Züchten der Blumen aus Samen war hingegen ein sehr schwieriges Unterfangen, denn die sich daraus bildenden Zwiebeln blühten erst nach sieben Jahren.

Die seltenen Tulpen galten also als luxuriös. Da es nie genug gab, stiegen die Preise und das Spekulationsfieber erwachte. Je seltener eine Tulpensorte war, desto teurer wurde sie. Die Aussicht auf großen Reichtum ohne Arbeit heizte den Kurs zusätzlich an. Egal ob Adel, Kaufmann, Bauer, Knecht oder Dienstmädchen, jeder handelte und spekulierte mit den Zwiebeln. Allerdings wurden die Tulpen nicht an der streng kontrollierten Amsterdamer Börse gehandelt, sondern Wirtsleute veranstalteten im ganzen Land Tulpenauktionen in ihren Häusern.

Auf einmal jedoch, Anfang Februar 1637, stiegen die Preise nicht mehr. Plötzlich begannen die Leute all ihre Blumenzwiebeln zu Geld zu machen. Doch am 5. Februar 1637 fand sich kein einziger Käufer mehr, der die zuvor bestandenen Preise für die Zwiebeln zahlen wollte. In den folgenden Tagen brach der Kurs um 95 Prozent ein.

Floristen, die nach dem Buchwert ihrer Tulpen bis zum Februar 1637 märchenhaft reich gewesen waren, verloren ihr gesamtes Geld. Tausende längst geschlossene Kaufverträge konnten mangels Kapital nicht mehr vollzogen werden und wurden oft für eine Strafgebühr von ein bis fünf Prozent der vereinbarten Summe annulliert.

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Und wie sieht es mit den damals so wertvollen Blumen heute aus? Heute sind sie eine der schönsten Frühblüher in unseren Gärten und doch nahezu für jedermann erschwinglich, sodass wir sie fast überall bewundern dürfen.

Tja, so kann es gehen. Doch kommen wir nun zum eigentlichen Thema. Kann man Tulpenzwiebeln im März noch setzen und was ist bei der Pflanzung und Pflege zu beachten.

Tulpenzwiebeln setzen im März

Tulpenzwiebeln werden idealer Weise im Herbst in den Boden gebracht, sodass sie uns im kommenden Frühjahr mit ihren Blüten und Farben erfreuen können. Wer das versäumt hat, muss auf die Blütenpracht im Mai  jedoch nicht verzichten. Auch jetzt ist es noch möglich ein Meer aus Tulpen in den Garten zu zaubern.

Wenn Tulpenzwiebeln im Frühjahr in die Erde kommen sollen, ist das sicher nicht die ideale Pflanzzeit, doch wenn man ein paar Dinge beachtet, dann gelingt es trotzdem. Entweder achten sie beim Kauf darauf, dass die Zwiebeln fest sind und noch keine Triebspitzen zeigen, oder sie gehen andernfalls sehr behutsam vor. Bei Zwiebeln, die bereits Triebe zeigen, dürfen diese nicht einfach (wie im Herbst etwa 8 Zentimeter tief in die Erde, in einem Abstand von 10 bis 15 Zentimetern) in die Erde gedrückt werden. Heben sie zum Einbringen in die Erde ein kleines Pflanzloch aus und achten sie darauf, dass weder Zwiebel noch Trieb beschädigt werden. Auch dürfen die Pflanzenzwiebeln nicht so tief in die Erde gesetzt werden, wie es im Herbst der Fall wäre. Der Trieb muss vollständig aus der Erde herausragen.

Hat der Garten einen durchlässigen und nährstoffreichen Boden, können die Zwiebeln in der Erde bleiben. Sie verwildern und so kommen in den nächsten Jahren kleinere Blüten aus dem Boden, dafür eine größere Anzahl.

​Wie bei vielen anderen Gartenpflanzen auch, gibt es bei den Tulpen unzählige Sorten, die in vielen unterschiedlichen Farben und Formen gezüchtet werden. Hinzukommt, dass es Sorten gibt, die im März und andere erst im Mai blühen. Ob man sich für eine einheitliche Farbe im Beet oder ein gemischtes Sortiment entscheidet, oder die Zwiebeln im Garten verteilt werden, bleibt jedem selbst überlassen. Ideal ist ein sonniger Standort, doch auch Halbschatten wird von ihnen vertragen.

Um länger etwas von ihrer Schönheit zu haben, empfiehlt es sich frühe und späte Sorten zu mischen, damit das Beet lange Freude bereitet. Wer sich mit der Kombination unsicher ist, kann sich ein fertiges Sortiment im Fachhandel kaufen.

Tulpen gehören zu den Frühlingsblühern. Sie lassen sich wunderbar mit anderen Frühblühern, wie Hyazinthen, Krokussen, Schneeglöckchen oder Narzissen kombinieren, da all diese Pflanzenzwiebeln dieselben Ansprüche an ihren Standort stellen und die Pflege derer genauso unkompliziert ist. Sie können die Zwiebeln auch in ihr Staudenbeet setzen. So haben sie im Frühjahr farbige Akzente im Beet, die dann zum Sommer hin von denen der Stauden abgelöst werden. Die welken Blätter der Frühblüher werden so wunderbar von den neu empor wachsenden, der Stauden verdeckt.

Alle Zwiebeln neigen zum Schimmeln. Die Gefahr ist größer, wenn die Pflanzung zu Beginn der warmen Jahreszeit erfolgt. Es hilft, einen Tee aus zwei Liter Wasser und fünf Knoblauchzehen zu brühen und die Zwiebeln darin zwei Stunden zu beizen. So vorbehandelte Blumenzwiebeln schimmeln selten.

Wichtig für die Tulpen Pflege ist das Entfernen der welken Blüten. Entfernen Sie aber nicht noch grünes Laub! Geschnitten werden Tulpen erst, wenn das Laub vollständig verwelkt ist. Mit diesem versorgt sich nämlich die Zwiebel mit Nährstoffen und Wasser. Dadurch kann sie Tochterzwiebeln bilden. Wer seine Tulpen regelmäßig, aber nicht zu viel gießt (Vorsicht vor Staunnässe!), tut ihnen etwas Gutes.

Wer sich Tulpen für die Vase oder Sträuße schneiden möchte, tut dies am besten morgens. Zu dieser Tageszeit ist die Pflanze noch bestens mit Wasser versorgt und bleibt so länger frisch.

Auch in Töpfen und Schalen bieten die Tulpen ein wunderschönes Bild und können als Blickfang auf der Terrasse oder Baumstämmen im Garten platziert werden. Ein Arrangement mit Primeln oder Stiefmütterchen ist ein absolutes Highlight, doch stehen auch schon im März viele andere Frühblüher zur Verfügung. Hierfür werden die Zwiebeln einfach locker auf die Erde im Pflanzgefäß gesetzt, mit der Triebspitze nach oben und mit anderen Pflanzen ihrer Wahl, die Lücken aufgefüllt.

Übrigens:

Das Wort „Tulpe“ soll dem alten persischen Wort für Turban, „Tulipan“,
entstammen, was mit ihrer Formähnlichkeit zu erklären ist. Einer anderen
Theorie zufolge, wurden Tulpen nach dem Turban benannt, weil Männer im Osmanischen
Reich einen Tulpenstängel in ihren Turbanen trugen. In jedem Fall ist die Vorstellung ein Augenschmaus.

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