Der Naturgarten…

Zur Verwirklichung eines Naturgartens braucht man eigentlich nur Geduld! Ganz gleich, ob ein Wildgarten neu angelegt oder ein bereits eingewachsener Garten verändert werden soll – gerade das, was nachher so selbstverständlich wirkt, entsteht nicht von heute auf morgen. Ein Naturgarten verändert sich immer wieder und oft dauert es lange, bis das richtige, harmonische Gleichgewicht zwischen der Natur und den pflegerischen Eingriffen des Gärtners erreicht ist.
Damit Kinder auch weiterhin eine Rasenfläche zum Toben haben, wird man nur einen kleinen Teil des Gartens in eine romantische, aber trittempfindliche Blumenwiese verwandeln können. Und einen Gartenteich können Sie erst dann den größten Teil des Jahres sich selbst überlassen, wenn Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen den Algenwuchs unter Kontrolle haben. Wer schon bei der Anlage das natürliche Ökosystem der Wiesen und Gewässer aus der Umgebung vor Augen hat, der wird sein Ziel – harmonisches Pflanzenwachstum bei geringem Pflegeaufwand – schnell erreichen.

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Die Gestaltung eines Naturgartens orientiert sich an den Vorbildern der Natur. Er soll aussehen, als wäre er natürlich gewachsen. Im naturnahen Garten werden einheimische Pflanzen bevorzugt, die langlebig sind und kaum Pflege benötigen. Auf chemische Kunstdünger und Pestizide wird verzichtet. Darüber hinaus fördern Hobbygärtner mit einem Naturgarten heimische Wildtierarten und eine große Artenvielfalt. Das  erleichtert wiederum die Arbeit im Garten, denn je größer die Artenvielfalt, desto geringer die Gefahr eines Schädlingsbefalles. Marienkäfer halten beispielsweise Blattläuse fern und Vögel fressen Raupen. Igel und Kröten verhindern ein zu hohes Aufkommen der lästigen Nacktschnecken.

In Naturgärten steht ein möglichst vielfältiges Gartenerlebnis mit Eindrücken für alle Sinne durch die Nachbildung verschiedener natürlicher Situationen im Mittelpunkt. Pflanzen und Materialien werden so ausgewählt, dass sie kleinen und großen Lebewesen Lebensraum und Nahrung bieten.  Die Kunst besteht darin, den Garten so anzulegen, dass die scheinbare Natürlichkeit Strukturen und Räume erkennen lässt.

Ein Naturgarten modelliert die natürliche Umwelt vor Ort heraus und bekämpft sie nicht, um eine reine Kunstwelt zu errichten. Deshalb sind erstens Pflanzen tabu, die nur durch leicht löslichen Mineraldünger, Bodenaustausch oder ständiges Gießen erhalten bleiben können, und zweitens passen wir die Art des Gartens den Gegebenheiten an. In einer offenen Landschaft bietet sich ein Wiesengarten an, am Waldrand ein Waldgarten, in feuchten Gebieten ein Wassergarten. Ein Wassergarten ist auch eine gute Wahl, wenn wir es mit einer unfruchtbaren Erde zu tun haben. Große Grundstücke ermöglichen, mehrere solcher Minibiotope zu entwerfen: Eine Teichlandschaft, ein kleiner Wald und eine Blumenweide.

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Ein Naturgarten ist ein Platz in dem man Ruhe findet, wo fleißige Bienen und pelzige Hummeln in bunten Blütenbeeten von Blume zu Blume fliegen, ein Ort an dem der Kreislauf der Natur aus Vergehen und Entstehen wunderbar zu beobachten ist, mit dem Sie einen außerordentlichen Beitrag zum Naturschutz leisten können, wo die unterschiedlichsten Vögel ihr Lied singen, nachts Glühwürmchen leuchten und Igel und Eichhörnchen gern zu Besuch kommen.

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Um Naturkreisläufe in Bewegung zu setzten, kann eine Kompostwirtschaft im Garten oder das Mulchen von Beeten (Mulchzonen unter Sträuchern, laubschluckende Bodendecker) sehr viel bewirken. Parallel dazu sollte in den Gärten ein günstiges Lebensumfeld für unsere Flora und Fauna geschaffen werden (Insektenhotels, Nistkästen, Trockenmauern usw. sowie die Pflanzung von Nahrungspflanzen für Vögel, Kleingetier und Insekten). Wenn wir dieses beachten, dann ist die Schaffung von Naturgärten sinnvoll.

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