Der Naturgarten- Lebendige Rasen und Wiesen…

Die Wildblumenwiese

Wenn man sich mit dem Thema Naturschutz im Naturgarten beschäftigt, dann kommt man an einem ganz bestimmten Element nicht vorbei: Der Blumenwiese. Sie ist die Meisterdisziplin eines Naturgärtners. Kaum ein anderes Biotop kann mit einer derartigen Artenvielfalt und Schönheit aufwarten. Und kaum ein anderes Biotop ist derartig wankelmütig und schwer anzulegen. Aber mit den richtigen Grundlagen und dem entsprechenden Know-How ist es möglich, eine dauerhaft attraktive Blumenwiese anzulegen, die viele Jahre so manche Wildbiene, Schmetterlinge und sogar kritische Nachbarn erfreut.

Bildergebnis für Wiesen im naturgarten

Bildquelle: www.bing.com

Die größte Blumenvielfalt findet man auf nährstoffarmen Böden. Auf einer fetten Wiese dagegen setzen sich die Gräser durch. Die ersten Schritte zur Blumenwiese: nicht mehr düngen, seltener und nicht zu tief mähen, Grasschnitt konsequent entfernen, den Boden eventuell mit Sand abmagern. Ob und wie viel Sand untergemischt werden muss, hängt davon ab, wie die Wiese aussehen soll. Wer die Fläche nach wie vor nutzen möchte, ist mit einem nährstoffreichen Blumenrasen besser beraten als mit einer sehr artenreichen, mageren – und hohen – Wiese. 

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Wiesen und Rasen sind durch die Auslese des Mähens geschaffene Gesellschaften von besonders regenerationsfähigen Pflanzen. Selbst robuste Gewächse, wie Brennnesseln, Disteln oder Johanniskraut verschwinden durch regelmäßige Mahd. Je häufiger geschnitten wird, desto artenärmer wird der Bestand. Aber Düngen und Bewässern treiben das Wachstum an und erfordern immer häufigere Schnitte. Dadurch werden Rasen konventioneller, Gärten mehr und mehr zu Monokulturen und unterscheiden sich kaum noch von landwirtschaftlichen Intensivwiesen.

Wir können den umgekehrten Weg gehen, um Blumenreiche Magerwiesen zu haben, denn die meisten Wiesenblumen sind anspruchslos, aber konkurrenzschwach und werden auf nährstoffreichen Böden von wuchskräftigen Arten verdrängt. Blühende Wiesen, Inbegriff freundlicher Bauernlandschaften, sind mit ihrer Vielfalt an Gräsern und Kräutern, Insektengekrabbel und Spinnenweben eine wunderbare Welt für sich.

Einen Standort nährstoffärmer zu machen, ist jedoch wesentlich langwieriger, als Dünger drauf zu streuen. Wir können versuchen, die oft Jahrzehnte währende Entwicklung zur Magerwiese zu beschleunigen. Beispielsweise roden wir den Grasbestand an mehreren Stellen in einem Ausmaß von etwa einem Quadratmeter, um dort Margeriten und Witwenblumen, Salbei, Steinnelken und andere Wiesenblumen zu säen oder zu pflanzen. Von solchen Inseln aus können jene Arten, denen der Platz passt, durch Samen oder Ausläufer ihre unmittelbare Umgebung besiedeln.

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Offene, spärlich bewachsene Stellen gehören überhaupt zu den Elementen eines Naturgartens. Grillen graben an solchen Sonnenplätzen ihre Höhlen, Sandbienen ihre Nester. Mauerbienen holen sich dort Lehm zum versiegeln ihrer Nisthöhlen in Schneckenhäusern, starken Halmen oder Hölzern.

Auf offenem Boden siedeln Klatschmohn, Konrade und andere Brachespezialisten, nach einem oder zwei Jahren verschwinden sie jedoch wieder in der sich ausbreitenden Wiesengesellschaft. Das Zurücksetzen dieser Sukzession durch das teilweise Entfernen der Vegetation macht den Standort wieder für Erstbesiedler frei und fördert die Artenvielfalt.

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In der Natur besorgen das Erosionen durch Hochwässer, Sturm- oder Lawinenereignisse, die der Ökologe deshalb nicht als Katastrophen, sondern als positive Störungen betrachtet. Dazu gehört auch die Unterdrückung von Gehölzen durch Beweidung oder Mahd.

Damit eine Wiese sich nicht zum Wald entwickelt, muss sie ein- bis zwei mal im Jahr gemäht werden. Die Ernte verwenden wir als Kompost- und Mulchmaterial oder trocknen wir zu Heu. Dadurch entfernen wir allmählich die überschüssigen Nährstoffe vom Standort.

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Wege, Sitz- oder Spielplätze schneiden wir zwischen Mai und September fünf- bis sieben mal mit einer elektrischen Rasenmaschine, damit ihr Bestand niedrig und trittfest bleibt. In diesem langsam wachsenden Magerrasen haben Gänseblümchen, Persischer Ehrenpreis und andere kleine Blumen Zeit, einen bunten Blütenteppich auszubreiten, in dem sich manche Heuschrecken und andere Tiere entwickeln.

Wo wir solche Rasenflächen nicht brauchen, darf eine Wiese wachsen, deren kniehoher Gräser- und Kräuterdschungel weitaus mehr Arten geeigneten Lebensraum bietet.

Quelle: Werner Gamerith „Mein Naturgarten“

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