Farne…

Farne werden in unseren Gärten bisher recht spärlich verwendet, dabei bieten die schönen Blattschmuckpflanzen eine unglaubliche Vielfalt. Die meisten Farne fühlen sich im Schatten oder Halbschatten am wohlsten. Doch es gibt sogar Arten, die in der Sonne gedeihen.

Farnpflanzen stellen entwicklungsgeschichtlich den Übergang von den blütenlosen zu den Blütenpflanzen dar. Vor etwa 400 Millionen Jahren dominierten sie zusammen mit den Bärlappgewächsen und Schachtelhalmen die Wälder. Die meisten von ihnen sind heute ausgestorben, aber weltweit sind noch mehr als zweihundert Gattungen mit ungefähr zehntausend Arten verbreitet. Meist wachsen sie in schattigen, luftfeuchten Gebieten der Tropen oder Subtropen und der gemäßigten Klimazone.

Sporen statt Samen

Farne bilden eine eigenständige Gruppe. Im Unterschied zu den Blütenpflanzen bilden sie keine Blüten und Samen sondern Sporen aus. Die Sporen befinden und entwickeln sich in Sporenbehältern, den sogenannten Sporangien. Diese sitzen auf der Unterseite der Farnwedel und sind als Punkte, Striche oder Tüpfelchen zu erkennen. Farnwedel ohne Sporangien sind unfruchtbar (steril). Mit einigen Ausnahmen sind diese beiden Wedelformen äußerlich so gut wie gleich. Es gibt allerdings Arten, bei denen sich die sporentragenden Wedel von den normalen Wedeln deutlich unterscheiden, zum Beispiel beim Königsfarn (Osmunda regalis) und Trichterfarn (Matteuccia struthiopteris).

Die Vielfalt der Farnwedel

Zwar sitzen die Farnwedel nicht wie die Blätter der Blütenpflanzen an einem Stiel, Zweig oder Stamm, ansonsten haben sie aber alle Merkmale eines richtigen Blattes: Vom Stiel geht eine Mittelrippe aus, von der nahezu symmetrisch die sogenannten Fieder seitwärts abzweigen. Einige Arten wie der Hufeisenfarn (Adiantum pedatum) und der Nordische Streifenfarn (Asplenium septentrionale) weichen davon ab. Ansonsten variiert dieses Schema in tausend Varianten: Manche Farne haben einen extrem kurzen, andere einen überlangen Stiel. Auch die Aufteilung der Spreite, der Fiederung, gibt es in unzähligen Abwandlungen, ob nun einfach, zweifach und dreifach gefiederte Wedelspreiten oder ungefiedert wie beim Hirschzungenfarn.

Der Austrieb der Farne

Besonders faszinierend sind die Farne während des Austriebs im Frühjahr. Die Wedel für das nächste Jahr werden bereits im Herbst ausgebildet. Aufgerollt und geschützt von so genannten Spreuschuppen, vom Herbstlaub und von alten Wedeln überdauern sie den Winter. Mit Beginn der Vegetationszeit entrollen sich die Farnwedel nach und nach und erinnern im Aussehen dabei an einen Bischofsstab oder Geigenkopf.

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Farne im Garten

Die meisten Farne sind Waldpflanzen, die sich im leicht feuchten Schatten oder Halbschatten auf humosen, lockeren Böden am wohlsten fühlen. Im Garten finden sie solche Bedingungen im lichten Schatten von Gehölzen und Sträuchern. Ideale Schattenspender sind tiefwurzelnde Bäume mit lichten Kronen, beispielsweise die Waldkiefer oder verschiedene Lärchenarten, ebenso kleinere Gehölze wie Zierkirschen, Zieräpfel und Kupfer-Felsenbirne. Auch in schattigen Innenhöfen oder im Schatten hoher Mauern machen sich Farne gut. Bisher werden die Farne im Garten allerdings noch recht stiefmütterlich behandelt, doch es lohnt sich den außergewöhnlichen Blattschmuckpflanzen eine Chance zu geben. Farne sorgen vom Frühjahr bis zum Herbst, die wintergrünen Arten sogar im Winter, für Struktur im Garten. Sie sind außerdem schneckenresistent und recht pflegeleicht.

Farne sind für grundsätzlich für jede Gartengröße und sogar zur Bepflanzung von Gefäßen geeignet, denn es gibt sie in allen Wuchsformen von klein und bodendeckend bis groß und hoch. Hohe Arten wie den Königsfarn und den Adlerfarn pflanzt man am besten in Einzelstellung. Klein- und Zwerg-Farne passen gut in den Steingarten, beispielsweise der Braune Streifenfarn. Arten die Ausläufer bilden, sind insbesondere bei den Streifenfarnen, Rippenfarnen, Eichenfarnen, Tüpfelfarnen und Wimperfarnen zu finden – sie können als Bodendecker verwendet werden. Da diese Farne rasch größere Bestände bilden, ist in kleinen Gärten Vorsicht geboten.

Pflanzpartner

Farne lassen sich gut mit Schattenstauden, -gehölzen und natürlich auch mit Schattengräsern kombinieren. Die unterschiedlichen Blattformen, -größen und -farben der Farne und ihrer Begleiter lassen abwechslungsreiche Gestaltungsmöglichkeiten zu. Kombinieren Sie Farne beispielsweise mit großlaubigen Blattschmuckstauden wie Funkie, Schaublatt sowie Tafelblatt. Blühende Begleiter können Wald-Geißbart, Silberkerze, Wald-Schaumblüte und Elfenblume sein. Auch Zwiebelgewächse passen gut zu Farnen. Sind im Frühlingsgarten Schneeglöckchen, Märzenbecher und Narzissen verblüht, machen sie den austreibenden Farnen Platz. Sommerblühende Zwiebelgewächse mit ähnlichen Ansprüchen sind Türkenbund-Lilie und Gold-Türkenbund-Lilie. Auch bei den herbstblühenden Zwiebel- und Knollengewächsen gibt es einige Arten, die zu Farnen passen: Herbstzeitlose, Herbst-Krokus und Herbst-Alpenveilchen.

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Pflanzung und Pflege

In den Staudengärtnereien werden Farne in Töpfen gezogen und angeboten, sie können also während der ganzen Vegetationszeit gepflanzt werden. Empfindliche Farne sollten Sie jedoch im Frühjahr pflanzen, damit sie vor dem ersten Winter genügend Zeit zum Einwurzeln haben.

Die meisten Farne sind Humusbewohner, außerdem wurzeln sie nicht sehr tief. Ideal ist also ein humusreicher, lockerer Boden auf durchlässigem Untergrund. Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die horstartig wachsenden Farne nicht zu hoch gesetzt werden, da die Wurzelstöcke allmählich nach oben wachsen. Sie sollten etwas tiefer stehen, als sie im Topf gestanden haben. Farne mit kriechendem Wurzelstock dürfen dagegen nur flach gepflanzt werden. Nach der Pflanzung sollten Sie die Farne fest andrücken und gut angießen. Eine abschließende Mulchschicht aus Laubkompost ist empfehlenswert.

Es gibt einige Farne, die sich in Fugen und Spalten am wohlsten fühlen. Ein absonniger Steingarten oder auch schattige, feuchte, der prallen Mittagssonne abgewandte Mauern sind ideale Standorte für diese Fugenbewohner. Auch diese Farne brauchen einen ausreichend großen Wurzelraum. Füllen Sie die vorgesehenen Spalten mit humoser Pflanzerde. Anschließend wird angegossen. Wenn sich die Erde schließlich gesetzt hat, können die Farne in die Nischen gepflanzt werden.

Farne sind Waldpflanzen, ihre Rhizome sind also meist von einer Laubschicht bedeckt und damit geschützt. Lassen Sie im Garten deshalb das Falllaub liegen – einen einfacheren und besseren Winterschutz gibt es nicht. Besonders empfindliche Farne bekommen eine zusätzliche Schicht Laub und werden eventuell mit einigen Tannenzweigen abgedeckt. Wichtig: Winter- und immergrüne Farne sollten an schattigen und windgeschützten Plätzen stehen, um Frosttrocknisschäden zu vermeiden. Ansonsten bedürfen Farne am richtigen Standort kaum Pflege. Im Herbst können Sie sommergrüne Farne zurückschneiden. Bei Arten die einen Winterschutz benötigen, werden die Wedel nur eingekürzt, da die unteren Wedelteile das herabfallende Laub auffangen. Wintergrüne Farne schneidet man im Frühjahr bevor die jungen Wedel austreiben.

Quelle: http://www.mein-schoener-garten.de

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