Schwäne…

Schwäne gehören zur Familie der Entenvögel (Anatidae). Durch Größe und Aussehen unterscheiden sie sich grundlegend von anderen Entenvögeln und Gänsen. Auch im Verhalten und in der Lebensweise bestehen deutliche Unterschiede. Alle weltweit vorkommenden Schwanarten werden in der Gattung Cygnus zusammengefasst. Es gibt Autoren, die die in Eurasien und Nordamerika vorkommenden Schwäne in vier Arten gliedern und Autoren, die nur zwei Arten unterscheiden. Somit sind Schwäne ein Musterbeispiel dafür, das es schwierig ist, Tierarten voneinander abzugrenzen. Grund dafür sind die erheblichen Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf die Bewertung einzelner Merkmale der Anatomie, Morphologie, Physiologie und des Verhaltens.

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Gut voneinander unterscheidbar sind drei Arten, die sich in verschiedener Hinsicht nahe stehen. Sie bilden eine Gruppe. Es sind der europäische Höckerschwan (Cygnus olor), der australische Trauerschwan (Cygnus atratus) und der südamerikanische Schwarzhalsschwan (Cygnus melanocoryphus). Sie leben in weit voneinander entfernten Gebieten. Trauerschwan und Schwarzhalsschwan sind näher miteinander verwandt als mit dem Höckerschwan. Am wenigsten ähnelt den Schwänen bekannten Aussehens der Coscoroba-Schwan (Coscoroba coscoroba). Etwa 10.000 bis 30.000 Coscoroba-Schwäne bewohnen das südliche Südamerika.

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Die anderen Schwäne, die in arktischen Regionen Eurasiens und Nordamerikas leben, werden als ‑ Nordische Schwäne bezeichnet. Auf beiden Kontinenten leben je zwei Formen. In Nordamerika der große Trompeterschwan und der kleinere Pfeifschwan, in Eurasien der größere Singschwan und der kleinere Zwergschwan. Der nordamerikanische Trompeterschwan und der Singschwan ähneln sich in einer Reihe von Merkmalen, doch gibt es auch Unterschiede, die es rechtfertigen, die beiden als Art zu trennen.

Noch eindeutiger ist die nahe Verwandtschaft zwischen Pfeif- und Zwergschwan, die mal als seperate Arten betrachtet werden, mal als zwei Unterarten einer Art. Manche Autoren fassen den Artbegriff sehr weit, andere engen ihn ein und vergrößern so die Zahl der Arten. Zoologisch gesehen sind Schwäne nichts anderes als Gänse. Allerdings haben diese Gänse einen auffallend verlängerten Hals, der ihnen ein Gründeln in tieferen Gewässern ermöglicht. Der Zügel (die Gegend zwischen Auge und Schnabelwurzel) ist bei Schwänen unbefiedert. Majestätisch wirken Schwäne, wenn sie in der Mitte von Gewässern dahersegeln, am Lande sehen sie wie Gänse aus.

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Der Höckerschwan ist nicht nur der häufigste und am weitesten verbreitete Schwan – er ist auch der größte und schwerste Schwimmvogel überhaupt. Bis zu dreizehn Kilogramm kann ein ausgewachsenes Exemplar wiegen. Mit einer Länge von 150 Zentimetern und einer Flügelspannweite von 240 Zentimetern ist dieser Zugvogel eine imposante Erscheinung.

Sein Gefieder ist von strahlendem Weiß – nur der S-förmig geschwungene Hals weist eine beige bis gelbliche Färbung auf. Charakteristisch für den Höckerschwan ist eine schwarze Wulst an der Schnabelwurzel, der der Vogel seinen Namen verdankt. Bei Männchen ist der Höcker deutlich stärker ausgeprägt als bei Weibchen. Der Schnabel des Zugvogels ist orangefarben und an der Spitze schwarz gefärbt.

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Heimat der Zugvögel

Mittel-, Nord- und Osteuropa gehören zu den Verbreitungsgebieten des Höckerschwans. Insbesondere in den Seengebieten des polnisch-deutschen Tieflandes sind die weißen Giganten anzutreffen. Aber auch in Mittel- und Ostasien ist der Höckerschwan weit verbreitet. Die Wasservögel bevorzugen Seen und Teiche mit schilfigen Ufern, deren Wasserpflanzen ihnen als Nahrungsquelle dienen. Darüber hinaus sind sie an den Küsten der Nord- und Ostsee sowie an langsam fließenden Flüssen anzutreffen.

Die große Verbreitung des Zugvogels ist auf erfolgreiche Einbürgerungsversuche zurückzuführen, die seit dem 16. Jahrhundert in ganz Europa betrieben worden sind. Über Jahrhunderte hinweg wurden die majestätischen Zugvögel in Parkseen ausgesetzt, wo sie bis heute in unmittelbarer Nähe zum Menschen übers Wasser gleiten.

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Die meisten Höckerschwäne Mitteleuropas verbleiben auch im Winter in ihrer Heimat. Doch die Exemplare, die in Skandinavien und Zentralasien beheimatet sind, ziehen nach Süden, um dann beispielsweise im Iran zu überwintern. Doch auch die mitteleuropäischen Schwäne machen sich auf die Reise: Beim so genannten Mauserzug fliegen jedes Jahr Tausende der Zugvögel ans Ijsselmeer, um dort die Zeit des Gefiederwechsels zu verbringen, in der die Tiere für einige Wochen flugunfähig sind.

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