Gartenarbeit im April… Was gibt es zu tun?

April, April der macht was er will. Dieser Spruch beschreibt recht gut, das Dilemma in dem sich Hobbygärtner im April befinden. Zum einen gibt es schon viele sehr schöne sonnige Tage, an denen sich zahlreiche Gartenarbeiten erledigen lassen, zum anderen kann es recht schnell noch mal sehr kühl und frostig werden. Auch das typisch wechselhafte Wetter im April mit Regen, Wind, Sonne und teilweise Schnee kann dem ambitionierten Gärtner einen Strich durch die Rechnung machen. Dabei gibt es doch so viel zu tun im Garten, denn bis zur Hauptsaison sind es nur noch ein paar Wochen.

Garten allgemein

Nützlinge im Garten fördern

In der Natur haben Schädlinge viele natürliche Feinde, die sich von ihnen ernähren, sie beispielsweise aussaugen, auffressen oder parasitisieren. Der bekannteste Nützling bei uns ist der Marienkäfer, der im Laufe seines Lebens bis zu einigen hundert Blattläusen vertilgen kann. Weitere wichtige, natürlich vorkommende Schädlingsvertilger sind Florfliegen, Schlupfwespen, Schwebfliegen und viele andere.

Auch Bienen und Hummeln sind wichtige Nützlinge im Garten, denn sie sorgen für die Befruchtung der Obstgehölze.

Wer Nützlinge fördert und schont, hat weniger Probleme mit Schädlingen und reichere Ernten. Je abwechslungsreicher ein Garten ist, desto mehr bietet er Nützlingen Lebensraum. Blühende Bäume, Sträucher, Stauden und Sommerblumen fördern Nutzinsekten. Besonders im Frühjahr blühende Pflanzen wie Narzissen, Traubenhyazinthen und Schlehen locken Nützlinge schon frühzeitig in den Garten. Später machen blühende Kräuter und Gewürzpflanzen, wie Kümmel, Beifuß, Liebstöckel, sowie einjährige Blütenpflanzen wie Ringelblume, Bienenfreund, Schmuckkörbchen u. a. Blumen ihren Garten auch für Nützlinge attraktiv.

Ziergräser pflanzen und teilen

Im Frühling denken die wenigsten Gartenfreunde an Ziergräser. Ein Fehler, denn gesetzt werden die Pflanzen am besten jetzt und nicht im Herbst, wenn das Angebot in den Gartencentern am größten ist! Vor allem Spätblüher wie Pampasgras, Chinaschilf und Federborstengras leiden unter winterlicher Nässe. Bei der Frühjahrspflanzung haben die Ziergräser die ganze Saison Zeit, sich zu entwickeln. So gehen sie kräftig und mit gut verzweigten Wurzeln in die zweite Jahreshälfte und verabschieden sich nicht gleich im ersten Winter wieder. Teilen und umpflanzen lassen sich Herbstgräser jetzt übrigens ebenfalls hervorragend.

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Frühjahrsblüher auslichten

Forsythien, Zierjohannisbeeren und einige andere Frühjahrsblüher sind ab Mitte April bereits verblüht. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die Sträucher mit der Gartenschere auszulichten, damit sie nicht überaltern und neue Blütentriebe fürs nächste Jahr bilden. Entfernen Sie großzügig alle alten Äste, um den nachwachsenden Jungtrieben die Chance zu geben, sich zu entwickeln.

Beetvorbereitungen

Bevor die ersten Pflanzen in den Garten gesetzt oder gesät werden, müssen die Beete entsprechend vorbereitet werden. Zuerst sollten alle Un- und Wildkräuter vollständig entfernt werden. Danach folgt eine Bodenauflockerung mit der Hacke. Zur Bodenaufbereitung kann gut verrotteter Kompost zugegeben werden. Grober, nicht vollständig verrotteter Kompost würde Gerbstoffe abgeben, die dass Wachstum junger Keime und Pflanzen verlangsamen oder sogar verhindern können. Weiterer Dünger sollte nur eingesetzt werden, wenn dies von den zu pflanzenden Pflanzen gefordert wird. Zuviel Dünger in der Anpflanzphase kann kontraproduktiv wirken. Beachten Sie die Anleitung des Saatguts oder den Pflegehinweis der zu setzenden Pflanzen.

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Rhododendren pflanzen

Im April ist Pflanzzeit für Rhododendren und andere immergrüne Sträucher. Rhododendren wachsen natürlicherweise im Wald, deshalb brauchen sie einen sehr humusreichen, durchlässigen und kalkarmen Boden. Verbessern Sie die Erde im Wurzelbereich der Sträucher vor dem Pflanzen großzügig mit Rindenkompost, Laubkompost oder Weißtorf. Besonders empfindlich reagieren Rhododendren, wenn man sie zu tief pflanzt. Der Wurzelballen sollte sicherheitshalber sogar ein bis zwei Zentimeter aus dem Boden herausragen. Nach dem Pflanzen werden die Sträucher gründlich angegossen, reichlich mit Hornspänen gedüngt und etwa fünf Zentimeter hoch mit Rindenkompost gemulcht.

Stauden vermehren und pflanzen

April ist die ideale Pflanzzeit für Stauden. Bevor Sie die Stauden in das vorbereitete Beet pflanzen, stellen Sie Stauden mit dem Wurzelballen etwa 10-15 Minuten in Wasser. Nach der Wässerung, wird die Staude so eingepflanzt, dass der Wurzelballen mit der Erdoberfläche abschießt. Ideal ist eine Zugabe von Kompost und Hornspähnen. Ältere Stauden können im April geteilt werden. Eine Teilung fördert das Wachstum und dient der Vermehrung von Stauden. Die gewonnenen Teile werden separat wieder eingepflanzt.

Bodendecker pflanzen

Einige Pflanzen bilden einen dichten Teppich, in dem sich selbst Wurzelunkräuter kaum behaupten können. Die Waldsteinie (Waldsteinia ternata), der Ysander (Pachysandra terminalis) und einige Storchschnabel-Züchtungen (zum Beispiel Geranium x cantabrigiense ‘Biokovo’) beschatten den Boden mit ihrem immergrünen Laub sogar im Winter. Tipp: Damit sich der Pflanzenteppich schnell schließt, sollten Sie Bodendecker dicht pflanzen und gleich mit Rindenkompost mulchen. Wem das zu sehr ins Geld geht, der bepflanzt zunächst einen Teilbereich und nimmt an den Rändern Ableger, mit denen er Stück für Stück die Restfläche schließt. Wichtig: Entfernen Sie vorher sorgfältig alle Unkrautwurzeln aus der Erde.

Gemüse

Frostschutz bei frühen Pflanzungen

Die ersten Pflanzungen – sowohl im Gewächshaus als auch im Freien – sind von Nachtfrösten/Spätfrösten bedroht. Schützen kann man seine Pflanzen mit verschiedenen Auflagen wie Folientunnel, Frühbeetabdeckungen, Lochfolien, Schlitzfolien, Vliesen, Zeitungspapier (nur nachts).

Pflanzen in Gewächshäusern kann man zusätzlich vor Frost schützen, indem man Schilfmatten o. ä. Materialien nachts auf das Gewächshaus legt oder im Gewächshaus einen Energieschirm anbringt. Energieschirme sind Gewebe, die zwischen Pflanzen und Gewächshaus-Eindeckung angebracht werden. Stark lichtdurchlässige Energieschirme heißen Schattiermatten, sie werden im Sommer tagsüber zur Schattierung aufgespannt und im Winter nachts zur Energieeinsparung. Weniger lichtdurchlässige Energieschirme bzw. Verdunkelungen werden nur nachts zur Energieeinsparung angebracht.

Schnecken vorbeugen und bekämpfen

Nacktschnecken fressen regelmäßig große Schäden in Zier- und Nutzbeeten. Besonders gefährdet sind Jungpflanzen, die im April und im Mai in die Beete kommen. Sie werden in Windeseile von den schleimigen Plagegeistern geschädigt oder komplett gefressen. Das erhöht den Frust beim Gärtner ungemein. Eine Gartenarbeit im April ist daher, das Bekämpfen von Schnecken.

Erste Ernte: Rhabarber und Spargel

Rhabarber ist eine der ersten Pflanzen im Gartenjahr, die sie ernten können. Die Erntezeit erstreckt sich von April bis Juni. Viele ambitionierte Gärtner schneiden bei der Ernte die Rhabarberstiele einfach an den Enden ab. Dadurch riskieren sie, dass die Schnittstellen faulen und so die Wurzel schädigen. Die richtige Methode zur Ernte von Rhabarber ist das Herausdrehen aus dem Wurzelstock. Tipp: Rharbarberblätter gehören auf den Kompost oder können zum abdecken von Flächen verwendet werden, die erst in einigen Wochen bepflanzt werden. Dadurch wird das Wachstum von Unkräutern verlangsamt. Die Blätter verschwinden (Verrottung) nach einiger Zeit und geben dem Boden wichtige Nährstoffe zurück. Im Frühjahr sollte der Rhabarber gedüngt werden. Dazu eignet sich Kompost oder Hornspähne.

Der April ist auch der Monat, der die Spargelzeit einleitet. Ähnlich wie der Rhabarber kann dieses vielseitige Gemüse bis zum 24. Juni geerntet werden.

Aussaaten und Pflanzungen im April

  • Ab Anfang April kann Dill im Garten gesät werden. Auch Bohnenkraut, Gartenkresse, Petersilie, Maggikraut, Beifuss, Koriander und Kerbel können schon gesät werden.
  • Paprika können, entsprechende Temperaturen vorausgesetzt, Ende des Monats ins Beet gepflanzt werden. Evtl. sollten Sie die Wärme liebenden Pflanzen mit einem Vlies, vor allzu kalten Nachttemperaturen schützen.
  • Nicht so verbreitet in Gärten ist Spargel. Wer dennoch eigenen Spargel ernten will, kann die Setzlinge bereits jetzt ins vorbereitete Saprgelbeet setzen.
  • Ab Ende April können Sie schon Brokkoli im Freiland aussäen.
  • Aussaaten von Mohrrüben, egal ob frühe-, Sommer- oder späte Sorten, Schwarzwurzeln, Wurzelpetersilien, Rettich und ab Mitte April auch Frühkartoffeln.
  • Weißkohl und Wirsingkohl können bereits ins Beet gesät werden.
  • Speiserüben und Meerrettich können bereits seit März gesät werden.
  • Kopfsalat,  Mangold, Pflücksalat, Lattich (Römischer Salat) und auch Spinat können im April bereits in Freiland gesät werden. Ggf. sollte man die Aussaten vor Frost schützen.
  • Herbstporree (Herbstlauch) kann direkt ins Beet gesät werden.
  • Erbsen können direkt ins Freiland gesetzt werden. Evtl. mit Vlies abdecken, um das Saatgut vor Vögeln zu schützen.
  • Sonnenblumen können direkt an ihren Bestimmungsort im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse gesetzt werden.
  • Radieschen können Sie im Wochenrhythmus direkt ins Freiland setzten. Bei der wöchentlichen Aussaat haben Sie immer frischen Radis.
  • Schnittlauch kann jetzt noch direkt in den Garten gesät oder durch Teilung bestehender Schnittlauchpflanzen vermehrt werden.
  • Wenn nicht schon im Vormonat erledigt, sollten jetzt Steckzwiebeln und Schalotten gepflanzt und vorgezogene Zwiebeln ins Beet umgesetzt werden.
  • Artischocken, die dann nächstes Gartenjahr Früchte tragen, können im April direkt ins Freiland gesät werden. Dieses Jahr tragen nur Pflanzen, die bereits im Februar vorgezogen wurden.
  • Rosenkohl und einige Sorten von Blumenkohl und Brokkoli können bereits Ende des Monats ins Freiland gesät werden.
  • Bereits vorgezogene Auberginenpflanzen können Ende des Monats ins Freiland umgesetzt werden.

Routine-Gartenarbeiten im April

Rasenpflege:

Der Rasen beginnt nun ganz langsam zu wachsen und sollte vor dem ersten richtigen Wachstumsschub vertikutiert werden (Vertikutieren). Moos und Unkraut werden dadurch erheblich reduziert und der Boden belüftet. Nachsäen und düngen und ggf. sanden ist danach angebracht, bei Bedarf kann die Fläche auch ganz neu angelegt werden.

Unkraut jäten:

Das wenige Unkraut, das nun beginnt zu wachsen, kann man am besten im Zaum halten, wenn man es so früh wie möglich entfernt. Eine dauerhafte Maßnahme dagegen ist das Mulchen.

Mulchen:

Gute Zeit, um den offenen Boden zwischen den Pflanzen mit Rindenmulch zu bedecken. Denn noch ist kaum Unkraut in den Beeten und ein weiteres Aufkeimen wird dadurch vermindert oder sogar verhindert. Mulch ist auch deshalb empfehlenswert, weil er auch das Bodenklima reguliert. Mulchen kann man das ganze Jahr über.

Gräser schneiden:

Ziergräser werden erst im Frühjahr geschnitten, weil ihr polsterartiges Laub einen natürlichen Frostschutz bildet. Das biologische Isoliermaterial ist nun aber überflüssig und kann abgeschnitten werden. So wird auch wieder Platz und Licht für die Neutriebe geschaffen.

Kübelpflanzen umtopfen:

Gute Gelegenheit, um umzutopfen. Zum Beginn der Wachstumsperiode brauchen die Pflanzen wieder Nährstoffe. In frischer Blumenerde sind sie ausreichend vorhanden, so dass die Pflanze einen optimalen Start ins neue Gartenjahr bekommt. Vor dem Winter umzutopfen ist nicht zu empfehlen. Da die Pflanzen nun ihre Vegetationsruhe brauchen, sollen sie auch nicht mehr wachsen. Denn neue Triebe können im Winter nicht mehr mit genügend Licht versorgt werden.

Rosenschnitt:

Falls nicht schon im März geschehen, ist jetzt auch noch Zeit.

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Sommerzwiebeln pflanzen

Von März bis Mai ist Pflanzzeit für Blumenzwiebeln und -knollen, die im Sommer blühen. Die frostharten Lilien können schon gleich nach dem Auftauen des Bodens in die Erde, die empfindlichen Dahlien sollten Sie erst nach den Eisheiligen auspflanzen. Weniger empfindlich ist die Zigeunerblume (Sparaxis tricolor). Ihre oft dreifarbigen Blüten streuen von Juli bis Oktober kräftig-bunte Kleckse ins Sommerbeet. Die Riesen-Hyazinthe (Galtonia candicans) macht ihrem Namen mit 100 Zentimetern Höhe alle Ehre. Aus bis zu 30 weißen Glöckchen setzen sich ihre Blütentrauben zusammen. Ab September blüht Nerine (Nerine bowdenii). Tipp: Sommerzwiebeln sollte man im Herbst wieder ausgraben und in einem kühlen und dunklen, frostfreien Raum in leicht feuchter Erde eingeschlagen überwintern.

Ziergarten

Im April wird der Rasen das erste Mal im Jahr gemäht. Der April ist auch die Zeit, die Staudenbeete von den abgestorbenen Pflanzenteilen des vorigen Jahres zu säubern und den Winterschutz bei Stauden zu entfernen. Wuchernde oder überalterte Stauden kann man jetzt teilen.

Frühjahrsblühende Sträucher wie Forsythe werden nach der Blüte geschnitten. Anfang des Monats kann man auch noch Laub abwerfende Gehölze, immergrüne, Schlingpflanzen, Sommer blühende Stauden wie Phlox oder Margeriten sowie Zweijährige wie Stiefmütterchen und Bellis pflanzen.

Direkt ins Freiland ausgesät werden können jetzt schon viele einjährige Sommerblumen wie Ringelblume, Goldmohn, Duftwicken, Schleierkraut, Kapuzinerkresse und viele andere.

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Gartenteich reinigen

Schneiden Sie spätestens im April alle Gräser und Stauden am Gartenteich auf eine Handbreit über dem Boden ab. Achten Sie aber darauf, dass Sie dabei die neuen Triebe, die aus der Erde kommen, nicht beschädigen. Die Wasseroberfläche sollten Sie mit einem speziellen Kescher von schwimmenden Pflanzenresten befreien. Hat sich auf dem Teichgrund viel Faulschlamm angesammelt, dann saugen Sie diesen am besten mit einem speziellen Teichschlammsauger ab. Sie können den nährstoffreichen Schlamm anschließend einfach kompostieren oder zum Düngen Ihrer Beete verwenden. Belassen Sie einen kleinen Rest Schlamm im Teich, damit das biologische Gleichgewicht nicht zu sehr beeinträchtigt wird.